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Pressemitteilung des SoVD Landesverbandes zum Vortrag "Armut in einem reichen Land"

SoVD Kreisverband Diepholz - Armut in einem reichen Land -

Vom SoVD Kreisverband Diepholz fand in der Gemeinde Varrel eine Veranstaltung zum Thema Altersarmut  statt. Über 200 Mitglieder und Gäste kamen, um sich zu informieren und sich einzumischen. Ortwin Stieglitz führte in den Themenabend ein und stellte gleich zu beginn fest, dass es nicht um eine Neiddiskussion geht. Vielmehr geht es um Gerechtigkeit.

Meike Janßen, Abteilungsleiterin Sozialpolitik im Landesverband Niedersachsen, informierte mit Fakten über Ursachen von Altersarmut. Betroffen sind insbesondere Kinder, Alleinerziehende und Frauen. Kein Geld für Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, ein Leben voller Scham und letztlich in sozialer Isolation.

Die anschließende Podiumsdiskussion übernahm Ortwin Stieglitz vom SoVD Kreisverband Diepholz. Als Gäste begrüßte er Marlis Winkler (Geschäftsführerin Diakonie), Karin Bockhorst (Geschäftsführerin Caritas), Matthias Müller (Vorsitzender DGB Kreisverband Diepholz) und besonders Bruno Hartwig (Vors. SoVD Kreisverband Diepholz).

Für Marlis Winkler war unter anderem eine Forderung, die Vereinbarung von Familie und Beruf zu verbessern. Karin Bockhorst kritisierte insbesondere die ungerechte, weil unterschiedliche Entlohnung von Männern und Frauen. Matthias Müller kritisierte  eine verbreitete Praxis: Menschen werden entlassen um dann über Leiharbeitsfirmen, zu schlechterer Bezahlung, wieder im Betrieb zu arbeiten.

Armut betrifft Frauen und die Betroffenen sind die zukünftigen Rentner stellte Bruno Hartwig fest. Wer arm ist, kann am gesellschaftlichen Leben nicht teilnehmen. Die Verhinderung von Altersarmut muss bereits in der Erwerbsphase einsetzen. Er forderte auch eine regelmäßige Erhöhung des Mindestlohnes.

Immer wieder forderten die Zuhörer, dass alle Erwerbstätigen, auch Beamte, Abgeordnete und Selbständige, in eine Rentenversicherung einzahlen müssen. Gefordert wurden auch andere Besteuerungsmodelle, auch eine rechtlich einwandfreie Vermögenssteuer muss endlich geschaffen werden. Wenn gegen Ungerechtigkeit demonstriert werden soll, so ist das nicht nur Aufgabe von Funktionsträgern, alle müssen nach Hannover oder Berlin fahren. Es kommt auf jeden an.

Zum Schluss der über zweistündigen Veranstaltung kündigten Ortwin Stieglitz und Bruno Hartwig an, dass man mit den Vertretern von Caritas, DGB und Diakonie die Forderungen gegen Armut in einem reichen Land gegenüber Land- und Bundestagsabgeordneten einfordern will.