SoVD-Kreisverband Diepholz

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Aktuelles

Persönliche Zukunftsplanung in Twistringen

 

Seit Ende 2013 beschäftigt sich der SoVD Kreisverband mit der Umsetzung von Inklusion im Kreisgebiet. Hierzu wurde unter anderem ein entsprechender Antrag an den Landkreis Diepholz formuliert. Zur besseren Durchsetzung bildet der SoVD Kreisverband mit dem Kreisbehindertenbeirat, dem Kreisseniorenbeirat, dem Kreiselternrat und der Zukunftswerkstatt Gesundheit und Pflege das "Aktionsbündnis Inklusion im Landkreis Diepholz".

Ein konkretes Projekt war am 12.02.2015 in Twistringen die Veranstaltung für "Persönliche Zukunftsplanung". Sie wurde von Heiko Bergmann ( Begegnungs- und Beratungsstelle Wabe in Achim ) mit vorbereitet. Hauptredner war Dr. Stefan Doose ( Vorsitzender des Netzwerks persönliche Zukunftsplanung ), die souveräne Moderation übernahm Superintendent des Kirchenkreises Diepholz Klaus Priesmeier.

Hatten sich ca. 90 Interessierte angemeldet, waren es am Ende 141 Zuhörer im fast überfüllten Sitzungssaal des Twistringer Rathauses. Die Gäste waren Eltern, Betroffene und Mitarbeiter/innen aus Betreuungseinrichtungen. Kernaussagen von Dr. Doose waren, "dass wir lernen müssen, andere Haltungen zu akzeptieren und jeden Menschen als Experten in seinem Bereich zu sehen". Außerdem "dass gleiche Rechte für Menschen verschieden sind. Denn in den Unterschieden steckten auch Eigenschaften, die Menschen besonders machen. Inklusion bedeutet, dass alle Menschen überall dabei sein dürfen und teilhaben können. Leider ist dies nicht an allen Orten möglich. Kindergärten und andere Einrichtungen müssen bei ihren Angeboten noch vieles nachholen, damit Menschen auch mit schweren Behinderungen am normalen Leben teilnehmen dürfen. Dr. Doose forderte dazu auf, Bedürfnisse detailliert zu erforschen, um Menschen mit Behinderungen einen guten Service anzubieten. Wir müssen neue Wege beschreiten. Die müssen aber auch wirklich hilfreich sein und letztlich zur Selbstverständlichkeit werden, nur so ist ein harmonisches Leben möglich."

Dem Vortrag von Dr. Doose schloss sich eine gute fachliche Diskussion an. Für eine gelungene Überraschung sorgte der Gebärdenchor Oldenburg ( Geco ).

Der SoVD Kreisverband Diepholz hat sich im Aktionsbündnis Inklusion gut eingebracht. Dies gilt für inhaltliche und organisatorische Themen. Ortwin Stieglitz, der den SoVD im Aktionsbündnis vertritt: Der Abend in Twistringen ist ein Mosaikstein auf dem Weg zu sinnvoller Inklusion, hierbei geht es darum, den Menschen in den Mittelpunkt zu setzen. 

Moderator Superintendent Klaus Priesmeier und Hauptredner Dr. Stefan Doose

Gespräch mit Kreisrat Markus Pragal

Pressemitteilung des SoVD Kreisverbandes - Gespräch mit Kreisrat Markus Pragal

Der SoVD Kreisverband Diepholz begann das Jahr 2015 mit einem Gespräch mit Kreisrat Markus Pragal. Stellvertretende Kreisvorsitzende Ursula Tebelmann begrüßte den Gast aus der Kreisverwaltung in den Räumen der Geschäftsstelle in Sulingen zu einem sozialpolitischen Gespräch mit Mitgliedern des Kreisvorstandes.

Zum Thema Pflegefachkräftemangel führte Markus Pragal aus, dass die Zusammenlegung der Ausbildungsgänge in den Pflegeberufen Ende diesen Jahres konkrete Formen annehmen wird. Durch die Klärung der Standortfrage für das Pflegekompetenzzentrum in Syke, ist nun die Frage der Baulichkeiten zu klären. Über die Pflegekonferenz sollen weitere inhaltliche Fragen geklärt und vorbereitet werden.

Es ist über Ausbildungsverbünde und eine Imagekampagne für Pflegberufe, insbesondere die Altenpflege, zu beraten und Vorschläge auszuarbeiten. Schwierig ist es, derzeit über Anwerbeprogramme nachzudenken. Vielmehr sollte bereits über Schulen und Praktika für Pflegeberufe geworben werden.

Ein weiteres Thema war die Umsetzung von Inklusion. Die alte Landesregierung hatte die Inklusion über den Niedersächsischen Landtag auf den Weg gebracht. Mit der vom Aktionsbündnis Inklusion im Landkreis Diepholz ( dem der SoVD Kreisverband angehört ) geforderten Fachstelle Inklusion, wurden Schritte zur Umsetzung diskutiert. Ortwin Stieglitz, Vorsitzender des sozialpolitischen Ausschusses, begrüßte ausdrücklich die Vorstellungen des Kreisrats, die jetzt in den politischen Gremien des Landreises vorbereitet bzw. umgesetzt werden.

Ursula Tebelmann bedankte sich bei Kreisrat Markus Pragal für das offene Gespräch. Sie hofft noch in diesem Jahr auf ein weiteres Gespräch.

v. l. n. r.: Rita Wegg, Marion Bruhm, Markus Pragal, Waldemar Erdmann, Renate Dinse, Rudolf Dyk, Lisa Schmidt, Ursula Tebelmann

Sozialverband Deutschland in Niedersachsen zieht Jahresbilanz

 

Beratungsbedarf ungebrochen hoch:
SoVD-Zahlen bringen politische
Fehlentscheidungen ans Licht

Hannover. Der Bedarf an Unterstützung durch den Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen ist ungebrochen hoch. Diese Bilanz zog Niedersachsens größter Sozialverband im Rahmen seiner Jahres-Pressekonferenz. Dass das auch an politischen Fehlentscheidungen und mangelndem Reformwillen liege, machte Landesvize Edda Schliepack anhand einzelner SoVD-Statistiken deutlich. Ihre politische Bilanz: „Pflege, Hartz IV, Behinderung, Gesundheit, Rente, Patientenverfügung/Vorsorgevollmacht – ohne den SoVD geht es nicht.“ Das meinten Anfang 2015 auch mehr als 273.000 Mitglieder (plus 2 Prozent).

 

Landesgeschäftsführer Dirk Swinke präsentierte die Erfolgszahlen des Verbandes. Das Durchschnittsalter liege bei jetzt 60,1 Jahre. Viele seien wegen der Sozial- und Rechtsberatung in den 60 Beratungszentren in ganz Niedersachsen zum SoVD gekommen. Die Zahl der geführten Verfahren sei leicht von 34.749 in 2013 auf 34.465 (minus 0,8 Prozent) gesunken. Gleichzeitig sei das neue Angebot der Beratung im Bereich Patientenverfügungen/Vorsorgevollmachen mit 1.093 abgeschlossenen Vorgängen sehr erfolgreich gestartet. „Zusammengenommen sprechen wir also über ein mehr als deutliches Plus im Bereich der Beratung“, so Swinke.

Besonders stolz ist der Landesgeschäftsführer darauf, auch finanziell geholfen zu haben. 2014 seien ca. 22 Millionen Euro einmaliger Zahlungen erstritten worden, dazu kämen ca. 7 Millionen laufende Zahlungen. Alleine die Zinsen beliefen sich auf mehr als 109.000 Euro.

Wie dringend erforderlich der SoVD auch als politische Interessenvertretung ist, machte Edda Schliepack anhand aktueller Zahlen deutlich. Hart ins Gericht ging die Sozialpolitikerin mit Hartz IV. Im zehnten Jahr nach der Agenda-Reform produziere dieses „stümperhafte Gesetz noch immer massenhaft fehlerhafte Bescheide“, kritisiert Edda Schliepack und verweist auf „schockierend hohe Quoten in der SoVD-Beratung“: 36,9 Prozent aller Widersprüche und 44,2 Prozent aller Klagen gingen zugunsten der SoVD-Mitglieder aus. „Hartz IV ist eine einzige Ungerechtigkeit und auch noch strukturell falsch – wir fordern eine grundlegende Reform der Hartz-Gesetze und Korrekturen in der Arbeitsmarktpolitik“, gibt sich Edda Schliepack kämpferisch.

Als Bespiele für politische Fehler im System nannte sie die Verfestigung von Langzeitarbeitslosigkeit, die Verkürzung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld (ALG) I, die Verschärfung der Zumutbarkeitskriterien und die strengen Sanktionen für nicht regelkonformes Verhalten von Hartz-IV-Empfängern.

Extrem hoch sei weiter die Quote der fehlerhaften Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), die von vom SoVD überprüft wurden. „Wir haben das bereits vor einem Jahr angemerkt, geändert hat sich leider nicht viel“, betonte Edda Schliepack. Die Quote sei nur leicht von 53,1 auf 50,1 Prozent gesunken – allerdings habe der SoVD auch weniger Widersprüche eingelegt. „Woran das liegt, dass immer noch die Hälfte aller Gutachten falsch ist, muss der MDK sagen – wir vermuten Personalmangel“, glaubt die frühere Landtagsabgeordnete.

Immer wieder werde das Thema der inklusiven Bildung angesprochen. Auch Mitglieder seien enttäuscht davon, dass die Landesregierung einen Gang zurückgeschaltet habe, weil sie gegenüber allzu hohem öffentlichen Druck eingeknickt sei. „Wir halten das für ein völlig falsches Zeichen und fordern Frau Ministerin Heiligenstadt auf, wieder konsequenter für die Inklusion in der Bildung zu arbeiten“, so die SoVD-Stellvertreterin. Ziel müsse eine Schule für alle sein.

Sorgen mache sich der SoVD um die Situation in den Krankenhäusern Niedersachsens, gerade in den Notfallambulanzen. Es könne nicht sein, dass Patienten von Krankenhaus zu Krankenhaus transportiert würden, weil es Kapazitätsprobleme gebe. Schliepack forderte die Landesregierung auf, hier Druck auf die Krankenhäuser auszuüben, damit dieses Problem abgestellt werde. Die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) forderte sie noch einmal auf, den ärztlichen Notdienst sicherzustellen. Sie verwies auf das Positionspapier zum Thema Krankenhausversorgung, das der SoVD herausgegeben hat.

Der Bereich Rente sei weiter ein Schwerpunkt der Arbeit des Verbandes. Die Zahl der Verfahren sei noch einmal auf 15.896 und damit um 4,9 Prozent gestiegen. „Wir stellen fest, dass die von der Politik befürchtete Altersarmut schon längst Realität ist“, machte Edda Schliepack deutlich. Nötig sei jetzt ein Hilfspaket, das sowohl einen bessere Aufbau von Rentenansprüchen als auch verstärkte Rentenleistungen beinhalte.

 

Foto: Sami Atwa/SoVD-Landesverband Niedersachsen

 

 

 

von links: Landespressesprecher Matthias Büschking, Landesgeschäftsführer Dirk Swinke und die 2. Landesvorsitzende Edda Schliepack.

Tag der Sozialwirtschaft und Politik mit erfolgreicher Premiere

Politik darf bei Pflege nicht in Wahlperioden denken

 

Der 1. Niedersächsische Tag der Sozialwirtschaft und Politik feierte am Montag eine gelungene Premiere für den Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen. In das Alte Rathaus nach Hannover waren rund 130 Teilnehmende aus Sozialwirtschaft, Politik und Wissenschaft gekommen, um sich über die Zukunft der Pflege auszutauschen. Landesvorsitzender Adolf Bauer begrüßte unter anderen die Bundestagsvizepräsidentin Edelgard Bulmahn, die Parlamentarische Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller sowie die Niedersächsischen Staatssekretäre Dr. Jörg Mielke und Michael Rüter

 

Grundlage war die Diskussionsrunde von Unternehmern und Verbandsmanagern. Die Praktiker brachten auf den Punkt, was Politik tun muss, um zu verhindern, dass die Pflege zum Pflegefall wird. Allen Beteiligten war wichtig, dass Politik nicht nur in Wahlperioden denkt. Gerade, wenn sich die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 verdoppelt, sei eine Planung der Pflege wünschenswert. Vor allem im ländlichen Bereich fahren häusliche Pflegedienste Defizite ein, die ausgeglichen werden müssen, betonte Birgit Eckhardt, stellvertretende Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen. Als Vertreterin der ambulanten Pflegedienste ergänzte Jasmin Arbabian-Vogel, Geschäftsführerin Interkultureller Sozialdienst, dass nicht ausschließlich über die Entlohnung gesprochen werden müsse, sondern auch über die Aufwertung der Betriebe. Diese müssten sich verstärkt auch Gedanken über attraktivere Arbeitszeiten und Betreuungsmöglichkeiten für Kinder machen.

Helge Engelke, Verbandsdirektor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft, machte auf die Misere der Krankenhäuser aufmerksam. Zwei Dritteln davon gelänge es nicht, Überschüsse zu erwirtschaften. Außerdem müsse sich die Sichtweise von Politik ändern, weg vom Kostenfaktor hin zu den Leistungserbringern. Helmut Glenewinkel, Geschäftsführer für das Gesundheitsmanagement Pflege der AOK Niedersachsen, sprach sich gegen staatliche Pflegdienste aus, da diese zu unflexibel seien und zu wenig Anreiz für Qualität böten. Dirk Swinke, Geschäftsführer des SoVD-Landesverbandes Niedersachsen e.V., schlug eine Alternative zu den Pflegestufen des MDK vor: nämlich das individuelle Pflegebudget.

Sozialwissenschaftler Dr. Peter Bleses von der Uni Bremen trug die Ergebnisse des Verbundprojekts „Zukunft: Pflege“ vor. Dabei ging es darum, was Pflegeunternehmer tun können, um anstehende Herausforderungen zu meistern. In ihrer Rede sagte die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) dass „Dumpinglöhne in der Pflege nicht akzeptabel sind“ und die Dokumentationspflicht abgebaut werden müsse. Zudem sprach sie sich erneut für eine Pflegekammer aus.

Im anschließenden Streitgespräch der Fraktionsspitzen aus dem niedersächsischen Landtag hielt Reinhold Hilbers (CDU) dagegen und erntete dafür viel Applaus: „Die Pflegekammer ist eine teure Mogelpackung.“ Bauer pflichtete ihm bei „Sie löst keinerlei Probleme.“ Anja Piel (Grüne) betonte, je besser Pflegekräfte über die Pflegekammer informiert werden, umso mehr stimmten sie dafür. Johanne Modder (SPD) war es wichtig, auch die Probleme der pflegenden Angehörigen wahrzunehmen. Auch diese müssten entlastet und beraten werden. Christian Dürr (FDP) machte sich auch für einen Abbau von Bürokratie stark: „Die Fachkräfte sind keine Aktenpfleger, sondern Menschenpfleger.“

Außergewöhnlich an der Veranstaltung war die direkte und unkomplizierte Einbindung des Publikums in die Diskussion. Auf einer Twitterwall wurden die Fragen unter dem Hashtag #sovdnds an die Leinwand geworfen. Mit dieser modernen Vorgehensweise gelangten Anmerkungen reibungslos zu Moderator und SoVD-Landespressesprecher Matthias Büschking. Darüber hinaus hatten die Pflegeunternehmer im Mittags- und Nachmittagsatrium an kleinen Tischrunden die Gelegenheit, mit einem Politiker in den aktuellen Dialog zu treten. Gastgeber und erster Vorsitzender des SoVD-Landesverbandes Niedersachsen e.V., Adolf Bauer, sagte bei der Verabschiedung zu den Gästen: „Ich gehe davon aus, dass dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein wird.“

Rund 130 Besucher kamen zum 1. Niedersächsischen Tag der Sozialwirtschaft und Politik und erlebten unter anderem die Podiumsdiskussion mit den Fraktionsspitzen (von links) Reinhold Hilbers (CD), Anja Piel (Bündnis 90/Die Grünen), Adolf Bauer (SoVD-Landesvorsitzender), Matthias Büschking (Moderator und SoVD-Landespressesprecher), Johanne Modder (SPD) und Christian Dürr (FDP)



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