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Landesallianz für freien Sonntag gegründet
Nach Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes spielt ständige oder regelmäßige Wochenendarbeit eine immer größere Rolle in der Berufswelt. Inzwischen arbeiten rund 30 Prozent der Beschäftigten auch an Sonn- und Feiertagen, insbesondere Arbeitnehmerinnen müssen sich bei ihrer Arbeitszeit an die Wünsche des Arbeitsgebers oder die jeweilige Auftragslage anpassen. Das hat nachhaltige Auswirkungen auf die Betroffenen und ihre Familien.Für den Erhalt des freien Sonntags hat sich in Niedersachsen nun ein breites gesellschaftliches Bündnis gegründet. Diesem Zusammenschluss gehören neben dem SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V. der Landessportbund, die Gewerkschaft ver.di sowie kirchliche Verbände an.
In einer gemeinsamen Erklärung stellte das Bündnis fest, dass in fast allen Bereichen verstärkt Arbeit an Sonn- und Feiertagen zugelassen wird. Der niedersächsische SoVD-Landesvorsitzende Adolf Bauer warnte in diesem Zusammenhang davor, dass die Liberalisierung den Sonn- und Feiertagsschutz Stück für Stück aushöhle. Die Initiatoren hätten zwar immer wieder betont, dass es sich um Ausnahmen handele. Allerdings werde nach Bauers Auffassung das verfassungsrechtlich gewährleistete Verhältnis von Ruhe und Arbeit durch ökonomische Gründe immer mehr zur Disposition gestellt. „Ohne einen festen Tag in der Woche, an dem alle Arbeitenden frei haben, bleibt das Familienleben zwangsläufig auf der Strecke“, betont der Landesvorsitzende.
Zentrale Forderung des Bündnisses ist deshalb der Schutz von Sonn- und Feiertagen sowie die Beibehaltung des Wochenarbeitsrhythmus von Montag bis Freitag. Denn: Ein wirksamer Schutz der Sonn- und Feiertage dient dem natürlichen Bedürfnis des Menschen nach Erholung und Freizeit in der Gemeinschaft. Auch das Engagement im Ehrenamt, das gemeinsame Sporttreiben und ein aktives Vereinsleben sind von freien Sonn- und Feiertagen abhängig.
„Die Gesetzgeber auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene müssen sicherstellen, dass der Sonntag seinem Zweck nach als Tag der Arbeitsruhe erhalten bleibt“, fordert Bauer weiter. Ausnahmen dürfte es nur geben, wenn diese zwingend notwendig und im Sinne des Bundesverfassungsgerichts seien: „Das niedersächsische Ladenöffnungsgesetz muss dementsprechend geändert werden.“ Dies betreffe insbesondere Ausnahmeregelungen in Kur- und Ausflugsorten. Die Vorschriften müssen nach Auffassung des Bündnisses effektiv kontrolliert, Verstöße durch die zuständigen Behörden geahndet werden.
Das niedersächsische Bündnis plant derzeit verschiedene öffentliche Aktionen und ist Teil der bundesweiten Allianz für den freien Sonntag. Die Internetseite des Zusammenschlusses ist unter www.allianz-fuer-den-freien-sonntag.de erreichbar. Dort gibt es unter anderem umfassende Informationen zu den Zielen des Bündnisses sowie verschiedene Urteile und Stellungnahmen zum Sonntagsschutz. Außerdem können auf der Homepage verschiedene Broschüren jeweils als pdf-Dokument heruntergeladen werden. Die Allianz für den freien Sonntag in Niedersachsen ist außerdem telefonisch unter der Rufnummer 0511/12400-105 erreichbar.
